Organerhalt liegt uns am Herzen.

Die Diagnose Rektumkarzinom (Mastdarmkrebs) und die mögliche Notwendigkeit eines Stomas – eines künstlichen Darmausgangs – belasten Betroffene sehr. Das GITZ setzt sich stark für eine bessere Lebensqualität von Darmkrebs-Patient:innen ein. Unser Herzensprojekt ist daher der Organerhalt.

Organerhalt ist Teamarbeit

Organerhalt setzt eine ausserordentlich hohe Interdisziplinarität voraus: Ein Team von Experten aus verschiedenen Fachgebieten arbeitet eng zusammen und muss genau wissen, worauf es ankommt. Obwohl der Organerhalt in vielen Spitalstrukturen wenig Beachtung findet, stellen wir den Patienten in den Mittelpunkt und setzen uns intensiv für diese Methode ein.

Das Potenzial des Organerhalts ist bei weitem noch nicht ausgeschöpft und wir lernen täglich dazu. Die Diskussionen rund um den Organerhalt sind ein wesentlicher Bestandteil unseres Tumorboards. Unser Ziel ist es, unser Netzwerk kontinuierlich auf dem höchsten und aktuellsten Wissensstand zu halten, wofür wir kostenlos regelmässige Fortbildungen für Fachpersonen veranstalten.

Darüber hinaus bietet unser Netzwerk eine interdisziplinäre Organerhalt-Sprechstunde für Patient:innen mit Mastdarmkrebs an.

Was ist Papillon?

Mit der Kontaktstrahlentechnik Papillon bietet unser Netzwerk eine alternative Behandlungsmethode an, bei der in bestimmten Fällen auf eine Operation und deren potenzielle Folgen verzichtet werden kann. Papillon 50 ist ein Gerät, welches es nur zweimal in der Schweiz gibt und das eine kontaktbasierte Strahlentherapie ermöglicht. Bei der Papillon-Methode werden weiche Röntgenstrahlen direkt an der Oberfläche des Tumors eingesetzt. Diese Technik erlaubt eine präzise Dosierung mit minimalen Nebenwirkungen auf das umgebende Gewebe. Studien zeigen, dass die Papillon-Technik bessere Heilungsraten bietet und weniger Nebenwirkungen verursacht als herkömmliche Methoden.

Was sind die Vorteile?

Der bisherige Goldstandard bei der Behandlung von Rektumkarzinomen war oft eine Kombination aus Strahlentherapie und Chemotherapie, gefolgt von einem chirurgischen Eingriff. Mögliche Nachteile: eine höhere Strahlendosis und dadurch eventuelle Schäden an umliegendem Gewebe, sowie ein vorübergehender oder dauerhafter künstlicher Darmausgang. Mit der Behandlungsmöglichkeit Papillon vermeidet man den künstlichen Darmausgang, was die Lebensqualität von Patient:innen erheblich verbessert.

Für wen ist Papillon geeignet?

Die Therapieform richtet sich grundsätzlich an alle Patient:innen mit tiefliegendem Mastdarmkrebs. Von Vorteil aber ist, wenn der Tumor früh erkannt wurde. Das erhöht die Chancen, dass eine Papillon-Behandlung in Frage kommt und eine Operation möglicherweise vermieden werden kann.

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  • Organerhalt bei Mastdarmkrebs – ein Gespräch mit einer betroffenen Patientin.

    In diesem Video spricht eine betroffene Patientin, wie sie ihre organerhaltende Behandlung des Rektumkarzinoms (umgangssprachlich Mastdarmkrebs) erlebt hat. Gemeinsam mit den Experten Dr. med. Michael Montemurro und Dr. med. Cristina Picardi, wird das Geschehene nochmals reflektiert.

Das Projekt «Organerhalt» wird unterstützt von: