Was ist die interventionelle Radiologie?

Die interventionelle Radiologie ist ein spezialisiertes Teilgebiet der Radiologie, das minimalinvasive therapeutische Eingriffe unter bildgebender Steuerung ermöglicht. Im Gegensatz zur rein diagnostischen Radiologie steht hier die aktive Behandlung im Vordergrund.
Unter Einsatz von bildgebenden Verfahren wie Ultraschall, Computertomographie (CT) oder Angiographie (Darstellung der Blutgefässe mittels Kontrastmittel) werden feinste Instrumente wie Katheter, Sonden oder Drähte präzise zum Zielgebiet geführt.
Zu den wichtigsten Verfahren zählen beispielsweise Embolisationen und Ablationen:
Verschluss von Tumorgefässen (Embolisation):
Die gezielte Blockade der Blutversorgung eines Tumors („Tumorarterienembolisation“) ist eine etablierte interventionelle Technik, z. B. bei Leberkrebs (HCC). Sie reduziert die Nährstoffversorgung des Tumors und kann dessen Wachstum hemmen.
Gezielte Zerstörung durch Hitze oder Kälte (Ablation):
Diese Verfahren werden routinemässig eingesetzt, insbesondere bei kleinen, lokal begrenzten Tumoren der Leber, Niere, Lunge oder des Knochens.
- Radiofrequenzablation: nutzt hochfrequenten Strom, um gezielt kleine Gewebebereiche durch Hitze zu zerstören.
- Mikrowellenablation: Mikrowellenenergie erzeugt Hitze, die das krankhafte Gewebe zerstört.
- Kryoablation: nutzt extreme Kälte, um das krankhafte Gewebe zu zerstören.
Diese Verfahren sind weniger belastend als eine Operation, häufig ambulant oder mit kurzer Klinikaufenthaltsdauer durchführbar und können die Lebensqualität verbessern.