Molekulare Pathologie bei gastrointestinalen Tumoren

Die molekulare Pathologie ist ein modernes Teilgebiet der Pathologie, das genetische und molekulare Veränderungen in Tumoren untersucht. Während die klassische Pathologie vor allem das Aussehen von Tumorgewebe unter dem Mikroskop beurteilt, analysiert die molekulare Pathologie zusätzlich Veränderungen in der DNA, RNA oder in bestimmten Proteinen der Krebszellen. Dadurch lassen sich Tumoren genauer charakterisieren und gezielter behandeln.

Gerade bei Tumoren des Magen-Darm-Trakts – etwa bei Darmkrebs, Magenkrebs, Bauchspeicheldrüsenkrebs oder Krebs der Gallengänge– spielt die molekulare Diagnostik eine immer wichtigere Rolle.

Wichtige Einsatzgebiete:

Auswahl gezielter Therapien:

  • Bestimmte genetische Veränderungen bestimmen, ob eine zielgerichtete Therapie oder eine Immuntherapie wirksam sein kann. Die molekulare Pathologie liefert dafür die entscheidenden Informationen.

Prognose und Therapieplanung:

  • Einige molekulare Marker geben Hinweise darauf, wie aggressiv ein Tumor ist und wie gut er auf bestimmte Behandlungen anspricht.

Im GIOS Netzwerk wurden bereits über 600 gastrointestinale Tumore einer molekularen Testung unterzogen (Stand Februar 2026). Dadurch konnten wichtige Erkenntnisse für die Behandlung gewonnen werden. Die Testungen werden durch molekulare Onkologen koordiniert und an molekularen Tumorboards periodisch besprochen.

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